MNU-Bundeskongress 2011 in Mainz

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Vorträge - Primarstufe

Freitag, 8. April 2011

Informatische Bildung in der Primarstufe mit Netbookklassen

Referenten: Dr. Henry Herper, Dr. Volkmar Hinz, Rita Freudenberg, Magdeburg
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 8.30 – 9.15
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Kinder heute immer früher mit Computern in Berührung kommen. Darauf muss auch im Rahmen der schulischen Bildung reagiert werden. Kinder können schon in der frühkindlichen Erziehung an die Nutzung des Computers als Arbeits- und Lerngerät herangeführt werden. Am Beispiel verschiedener Initiativen, wie „One Laptop per Child“ und „Klassenzimmer der Zukunft“ wird gezeigt, welche Möglichkeiten sich für die Bildung in der Grundschule ergeben, wenn jedes Kind mit einem persönlichen Laptop ausgestattet ist. Die im Rahmen des Projektes „Klassenzimmer der Zukunft“ durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass fast alle Schülerinnen und Schüler der 3. Schuljahrgangsstufe über einen eigenen PC verfügen bzw. regelmäßigen Zugang zu einem PC haben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, informatische Bildung und die zugehörige Medienkompetenz in die Primarstufe zu integrieren. Im Beitrag werden einige Möglichkeiten zum Erwerb der informatischen Kompetenzen in Verbindung mit Fachkompetenzen vorgestellt.

Die Besonderheit dieses Ansatzes besteht darin, dass die Netbooks für die Schülerinnen und Schüler im Unterricht ständig zur Verfügung stehen und durch ein interaktives Whiteboard ergänzt werden. Die Lehrerin oder der Lehrer entscheiden selbst, in welcher Unterrichtssituation und in welchem Fach die Computer eingesetzt werden, um den Lernerfolg zu verbessern. Mit der Nutzung des Computers sollen keine Lernmethoden ersetzt, sondern ergänzt und erweitert werden.

Es werden die Erfahrungen des Einsatzes von Squeak-Etoys im Bereich der Primarstufe vorgestellt. Durch die Anwendung dieser einfachen, aber sehr leistungsstarken Oberfläche werden die Schülerinnen und Schüler der Primarstufe an die Entwicklung eigener Programme und damit an die Grundlagen des algorithmischen Denkens herangeführt. Da dieses Programm nicht nur eine Programmierumgebung, sondern auch eine leistungsstarke Medienentwicklungsumgebung ist, kann es in vielen Fächern eingesetzt werden.

Abschließend werden die Anforderungen an die Lehrerweiterbildung und die veränderten Anforderungen an die IT-Schulinfrastruktur aufgezeigt und ein möglicher Lösungsansatz vorgestellt. Es wird gezeigt, wie mit einer interaktiven Klassenraumverwaltungssoftware neue Unterrichtsformen unterstützt werden

 

Neue Herausforderungen annehmen Zufall und Wahrscheinlichkeit kindgerecht und spannend unterrichten

Referent: Prof. Dr. P. H. Maier, Karlsruhe
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 9:45-10.30
Ort:
Alte Mensa, Aula

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Kombinatorik sind als neue Kompetenzen in den zentralen Bildungsstandards verankert. Dabei handelt es sich um didaktisch sehr reizvolle und motivierende Themen mit klaren und interessanten Alltagsbezügen. Bei der Bearbeitung experimentieren die Schüler vorwiegend im Rahmen eines empirisch-statistischen Unterrichtsansatzes und machen dabei vielfältige, faszinierende und teilweise überraschende Entdeckungen.

Dazu werden im Vortrag Beispiele gezeigt, gemeinsam bearbeitet und anschließend reflektiert. Darüber hinaus werden fachsystematische Grundlagen gelegt und typische Schülerschwierigkeiten diskutiert.

 

Mathematisch begabte Grundschüler fördern – Forschendes Lernen im Fach Mathematik

Referent: Prof. Dr. V. Ulm, Augsburg
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 9.45-10.30
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Angesichts der Heterogenität in Schulklassen ist es notwendig, auf die unterschiedlichen Begabungen und Lernbedürfnisse der Schüler differenziert einzugehen. Einerseits benötigen mathematisch schwächere Schüler vertiefte Zuwendung und auf sie abgestimmte Lernangebote. Andererseits gilt es aber auch, die begabteren Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern und ihre Interessen weiterzuentwickeln. Ein ausgewogener Mathematikunterricht zielt auf mathematische Bildung aller Schüler ab – auch wenn dies aufgrund der Begabungsunterschiede auf unterschiedlichen Niveaus erfolgt.

Der Vortrag wendet sich an Grundschullehrkräfte, die sich der Förderung mathematisch besonders interessierter und begabter Schüler verstärkt annehmen möchten.

Zum einen wird ein Modell für mathematisches Denken und mathematische Begabung vorgestellt. Es bietet einen vielschichtigen Blick auf die Phänomene „Denken“, „Begabung“, „Fähigkeiten“ und „Leistung“ im Fach Mathematik. Es kann damit der Diagnostik dienen, aber auch handlungsleitend für die Förderung von Schülern sein – sowohl auf Individualebene als auch auf Klassenebene.

Zum anderen werden exemplarisch Lernumgebungen für forschendes Lernen im Mathematikunterricht der Grundschule vorgestellt. Sie können innerhalb des regulären Mathematikunterrichts von allen Schülern bearbeitet werden, wobei die Schüler im Sinne von Binnendifferenzierung unterschiedlich tief in die jeweilige Thematik eindringen können. Sie eigenen sich aber auch als Zusatzmaterial für besonders interessierte und begabte Schülern – zu vertieftem mathematischen Arbeiten in der Schule oder zuhause.

 

Mit Kindern auf dem Weg zur Mathematik –  Übergänge gestalten

Referent: Torsten Schambortski, Mainz
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 11.00-11.45
Ort:
Alte Mensa, Audimax

„Ob Kindergarten, Grundschule oder Gymnasium, die Übergänge zwischen den Bildungsstationen sind in Deutschland eher Bruchstellen als Brücken“
(DIE ZEIT, vom 09. Juni 2005)

Der Vortrag fokussiert den Übergang zwischen KiTa und Grundschule im Kontext einer handlungsorientierten Förderung mathematischen Denkens.

Ängste abzubauen, die Freude am Knobeln und am Problemlösenden Denken zu wecken, spielerische Zugänge zu entwickeln und zu Erkennen, „wo überall Mathematik drin steckt“ soll anhand ausgewählter Beispiele vorgestellt werden.

Dabei sollen die Kinder anschlussfähige Grundvorstellungen entwickeln und Mathematik als Prozess erfahren und verstehen.

Des Weiteren werden u.a. videographierte Sequenzen „mathematischer Experimente“ aus einer KiTa vorgestellt und die Konsequenzen für den Anfangsunterricht reflektiert

 

Dem Zufall auf die Spur kommen

Referentin: Prof. Dr. Silvia Wessolowski, Freiberg a.N.
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 12.15-13.00
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Der Ausgang eines Spiels wird von Kindern – und auch Erwachsenen – oft als „Glück“ oder „Pech“ erlebt. Dass aber nicht nur der Zufall über den Spielausgang entscheidet, sondern auch die Spielregeln und die Bedingungen des Spiels, können schon Kinder erfahren.

In der Veranstaltung soll gezeigt werden, wie Dritt- oder Viertklässler durch das Experimentieren mit Glücksrädern, Würfeln und mit Urnen ein Verständnis für die Grundbegriffe sicher, unmöglich und wahrscheinlich aufbauen können und Gewinnchancen einschätzen lernen – so wie es in den Bildungsstandards für den Primarbereich gefordert wird.

 

Experimentieren als neuer Weg der Sprachförderung? – Verknüpfung naturwissenschaftlicher und sprachlicher Bildung

Referent: Dr. Rupert Scheuer, Dortmund
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 14.00-14.45
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Das Duisburger Modellprojekt „Kinder als Forscher und Entdecker – Ein neuer Weg der Sprachförderung“ nutzt seit 2006 erfolgreich Synergien zwischen sprachlicher und naturwissenschaftlicher Bildung, um allen Schülerinnen und Schülern – auch jenen, die einen erhöhten Sprachförderbedarf haben – eine ihrem Potential entsprechende sachliche Erschließung und sprachliche Durchdringung sachunterrichtlicher Themen zu ermöglichen.

Die im Modellvorhaben erprobte Integration der sprachlichen Bildung in einen thematischen handlungs­orientierten Sachunterricht hat die erhofften Synergien gezeigt. Diese Verknüpfung eröffnet auch Kindern mit erhöhtem Sprachförderbedarf chancenreiche Wege, Fach- und Sprachkompetenz gleichermaßen auszubilden und Sprachenvielfalt zu leben. Die im Experiment vom Kind selbstaktiv konstruierten und initiierten Sachabläufe und deren konkrete Erfahrung evozieren Sprache und motivieren die Kinder zum „Sprache-Lernen durch Erfahrung“ und darüber hinaus zum „Schreiben-Wollen zur Bewahrung der Erfahrung“. Der hier beschrittene Weg ermutigt zur Verknüpfung der sprachlichen Bildung mit dem gesamten Fächerkanon in allen Schulformen.

Im Vortrag werden die Konzeption des Modellprojekts und erste Ergebnisse der begleitenden Evaluation vorgestellt sowie ein Ausblick auf den weiteren Weg gegeben.

 

Sachrechnen in der Primarstufe

Referent: Prof. Dr. G. Müller, Dortmund
Datum: Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 15.00-15.45
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Nach dem Prinzip von der Isolierung der Schwierigkeiten lässt sich die Umwelt im Mathematikunterricht nicht erschließen, vielmehr benötigt man auch hier aktiv- entdeckende Lehr- und Lernformen in  ganzheitlicheren Zusammenhängen. Zahlreiche Unterrichtsvorschläge in den letzten Jahren konnten das Sachrechnen zwar für diese Unterrichtsformen erschließen, doch die Schwierigkeit in der gegenwärtigen fachdidaktischen Diskussion liegt darin begründet, einen praktikablen Sachrechenkurs zu konzipieren. Dieser muss einerseits den Aufbau der Zahlen, Größen, Operationen (einschließlich Algebra), also den Aufbau der Mathematik berücksichtigen und die jeweils anstehenden Themen aus dem parallelen Sachunterricht aufgreifen. Andererseits muss ein derartiges Curriculum auch in einem eng vorgegebenen Zeitrahmen realisiert werden und vor allem auch dem Schüler genügend automatisiertes Grundwissen mitgeben, das dieser zum zügigen Weiterlernen dringend benötigt. Aufwändige Modellierungs-, Fermi- und auch Kapitänsaufgaben dürfen dabei unverzichtbare Teile des klassischen Sachrechnens (wie z.B. die intensive Durcharbeitung und Einübung des Dreisatzes) nicht aus dem Unterricht verdrängen, sondern können diese nur ergänzen. Die Vorschläge zur Integration moderner Aspekte des Sachrechnens in ein klassisches Curriculum werden an Beispielen aus der Primarstufe näher erläutert.

 

Gemeinsames Lernen und individuelle Förderung im Mathematikunterricht der Grundschule

Referentin: Ursula Manten, Aachen
Datum: Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 16.00-16.45
Ort:
Alte Mensa, Audimax

Durch die wachsende Heterogenität der Lerngruppen - in jahrgangsbezogenen wie jahrgangsübergreifenden Lerngruppen der Grundschule gleichermaßen – sind die LehrerInnen in besonderem Maße gefordert. Die Förderung jedes Kindes zur Erreichung  individueller und normierter Ziele bedarf einer Unterrichtskultur, die Wege der Differenzierung und Individualisierung im besonderen Maße berücksichtigt.

Der Vortrag möchte alltagstaugliche Möglichkeiten aufzeigen, ausgehend von geeigneten, interessanten Aufgabenstellungen diesem Anspruch gerecht zu werden.

 

Mathematik Neu Beginnen – Neue Wege in der fachlichen Ausbildung von GrundschullehrerInnen

Referent: Dr. Reimund Albers, Bremen
Datum:
Freitag, 8.4.2011
Dauer
: 17.15-18.00
Ort:
Alte Mensa, Audimax

An der Universität Bremen wurde die fachliche Mathematikausbildung der zukünftigen Grund- und Sekundarschullehrerinnen in den ersten beiden Semestern sowohl inhaltlich als auch methodisch neu gestaltet. Die Inhalte wurden nach dem Grundsatz „Schulmathematik vom höheren Standpunkt“ neu bestimmt und gegliedert.

Methodisch bedeutete die Neugestaltung eine Hinwendung zum aktiven Lernen. Die Vorlesung wurde zurückgedrängt (2 SWS) und die Übungen wurden aufgewertet zu Workshops (4 SWS). In die Ausbildung wurden LehrerInnen aus der Grund-, Sekundarschule und Gymnasien einbezogen.

Das Projekt wurde über drei Jahre von August 2007 bis Juli 2010 von der Deutschen Telekom Stiftung gefördert. Ab dem Wintersemester 2010/11 wird die Neugestaltung als reguläre Form der fachlichen Ausbildung im ersten Studienjahr übernommen.